ALLERGIEN
Neue Bluttests bei ADHS: Hyperaktivität bei Kindern kann durch verzögerte Nahrungsmittel-Allergien ausgelöst werden
Ist Hyperaktivität wirklich nur genetisch bedingt, wie es die derzeitige Lehrmeinung der Schulmedizin vertritt? Die rasante Zunahme der hyperaktiven Kinder und langjährige Erfahrungen mit Auslass-Diäten sind starke Argumente dafür, dass neben möglichen genetischen Faktoren vor allem die Ernährung eine wichtige Rolle spielt. Neue Bluttests helfen jetzt zu unterscheiden, welche Ursache individuell vorliegt - und geben Hoffnung für viele Betroffene auf eine bessere Option als Psychopharmaka.
Quelle: Paul. 2007. AD(H)S: Von Genen und mehr. Comed 12:02/07, S. 12-16
Ursachen auf der Spur: IgG-Diagnostik verspricht Aufklärung chronischer Beschwerden
Für manchen ist ein jahrelanger Leidensweg zu Ende, wenn ein Test auf verzögerte Nahrungsmittel-Allergien gemacht wird: Bestimmte Nahrungsmittel führten in diesen Fällen zu chronischen Durchfällen, Reizdarm, chronischer Müdigkeit, Gelenkschmerz, Migräne oder chronisch-entzündlichen Hauterkrankungen.
Quelle: Paul. 2007. Ursachen auf der Spur: IgG-Diagnostik verspricht Aufklärung bei chronischen Beschwerden. Labor&more 2/07:13 ![]()
ERNÄHRUNGSVERHALTEN
Warum Frauen zu Pralinen greifen - und Männer Steaks lieben
Emotionen haben einen starken Einfluss auf die Wahl der Nahrung und das Essverhalten. Unterschiedliche Emotionen bestimmen die Wahl der Nahrung, insbesondere von „Frust-Futter“ und „Belohungs-Essen“. Dies ist das Ergebnis einer Studie aus Kanada mit 277 Teilnehmern.
Frauen und jüngere Menschen greifen vor allem bei negativen Emotionen (Stress, Traurigkeit) zu Nahrungsmitteln mit hohem Zucker- und Fettgehalt (Schokolade). Süße und hochkalorische Nahrung wie Eiscreme, Kekse, Schokolade, sind mit der Produktion von endogenen Opiaten und Serotonin verbunden – neuroendokrine Substanzen, die gegen negative Emotionen wirken.
Männer und ältere Menschen bevorzugen bei positiven Emotionen (nach einer gelungenen Anstrengung oder bei guter Laune) vor allem Proteinreiche Nahrungsmittel mit wenigen Kalorien (Steak).
Quelle: Dubé et al. 2005. Affect asymmetry and comfort food consumption. Physiology & Behavior 86:559-567
Hyperaktivität: ADS/ADHS
Neue Bluttests bei ADHS: Hyperaktivität bei Kindern kann durch verzögerte Nahrungsmittel-Allergien ausgelöst werden
Ist Hyperaktivität wirklich nur genetisch bedingt, wie es die derzeitige Lehrmeinung der Schulmedizin vertritt? Die rasante Zunahme der hyperaktiven Kinder und langjährige Erfahrungen mit Auslass-Diäten sind starke Argumente dafür, dass neben möglichen genetischen Faktoren vor allem die Ernährung eine wichtige Rolle spielt. Neue Bluttests helfen jetzt zu unterscheiden, welche Ursache individuell vorliegt - und geben Hoffnung für viele Betroffene auf eine bessere Option als Psychopharmaka.
Quelle: Paul. 2007. AD(H)S: Von Genen und mehr. Comed 12:02/07, S. 12-16
KARTOFFEL
Woher kommt die Kartoffel?
Eine aktuelle Studie von D. Spooner (University of Wisconsin, Madison) zeigt, dass die Vorfahren der heutigen europäischen Kartoffel vermutlich eine Mischform aus zwei Sorten ist, die aus dem südamerikanischen Chile und aus den Anden stammen. Bislang dachte man, die europäische Kartoffel stamme von der chilenischen Variante allein ab. Vermutlich fanden beide Kartoffelvarietäten mehrfach den Weg nach Europa über die Kanarischen Inseln.
Quelle: Williams, S. 2007. The Secret History of the Potato. Science Now Daily News, 15.05.2007
MILCH
Keine Milch in den Tee!
Tee zu trinken wie die Briten, mag ein Genuss sein - die positive Wirkung des schwarzen Tees auf die Verringerung von Herzkreislauf-Erkrankungen wird jedoch durch Zugabe von Milch aufgehoben.
Die positive Wirkung von Tee auf das Blutgefäßsystem ist gut belegt. Verantwortlich für diesen Effekt sind die Katechine des Tees, die über die Produktion von Stickoxyd auf Arterien entspannend und erweiternd wirken und anti-entzündliche Eigenschaften haben. Laut einer Studie der Charité-Universitätsmedizin Berlin bilden Kaseine der Milch einen Komplex mit den Katechinen des Tees und inaktivieren so die Katechine.
Diese Ergebnisse erklären Beobachtungen, dass in Großbritannien trotz hohem Teekonsum (jedoch häufig mit Milchzugabe) kein vermindertes Risiko von Herzkreislauferkrankungen vorliegt.
Quelle: M. Lorenz et al. 2007. Addition of milk prevents vascular protective effects of tea. European Heart Journal; doi: 10.1093/eurheartj/ehl44
SAISON-TIPPS
Saisontipp Mai
Gemüse: Blattsalate, Kohlrabi, Lauch, Pilze, Radieschen, Rettich, Rotkohl, Rübchen, Sellerieknollen, Spargel, Spinat, Zwiebeln
Obst: Äpfel, Erdbeeren, Rhabarber
Saisontipp April
Gemüse: Blattsalate, Lauch, Kohlrabi, Möhren, Pilze, Radieschen, Rettich, Rotkohl, Sellerieknollen, Spargel, Spinat, Wirsing, Zwiebeln
Obst: Äpfel, Bananen, Clementinen/Mandarinen, Kiwis, Orangen, Rhabarber
Saisontipp Februar:
Gemüse: Chicorée, Chinakohl, Feldsalat, Grünkohl, Kürbis, Lauch, Möhren, Pastinaken, Pilze, Rettich, Rosenkohl, Rote Beete, Rotkohl, Rübchen, Sauerkraut, Schwarzwurzeln, Sellerieknollen, Topinambur, Weißkohl, Wirsing, Zwiebeln
Obst: Äpfel, Bananen, Clementinen/Mandarinen, Kiwis, Orangen
Saisontipp Januar:
Gemüse: Chicorée, Chinakohl, Feldsalat, Grünkohl, Kohlrabi, Kürbis, Lauch, Möhren, Pastinaken, Pilze, Rettich, Rosenkohl, Rote Beete, Rotkohl, Rübchen, Sauerkraut, Schwarzwurzeln, Sellerieknollen, Steckrüben, Topinambur, Weißkohl, Wirsing, Zwiebeln
Obst: Äpfel, Bananen, Clementinen/Mandarinen, Kiwis, Orangen
Saisontipp Dezember:
Gemüse: Chicorée, Feldsalat, Grünkohl, Kürbis, Lauch, Möhren, Pastinaken, Pilze, schwarzer Rettich, Rosenkohl, Rote Beete, Rotkohl, Rübchen, Sauerkraut, Schwarzwurzeln, Sellerieknollen, Spinat, Steckrüben, Topinambur, Weißkohl, Wirsing, Zwiebeln
Obst: Äpfel, Birnen, Clementinen/Mandarinen, Orangen, Kiwis
Saisontipp November
Gemüse: Chicorée, Chinakohl, Endiviensalat, Feldsalat, Grünkohl, Kürbis, Lauch, Möhren, Pastinaken, Pilze, schwarzer Rettich, Rosenkohl, Rote Bete, Rotkohl, Rübchen, Sauerkraut, Schwarzwurzeln, Sellerieknollen, Spinat, Staudensellerie, Steckrüben, Topinambur, Weißkohl, Wirsing, Zwiebeln
Obst: Äpfel, Birnen, Clementinen/Mandarinen, Kiwis, Orangen, Quitten
Saisontipp Oktober
Gemüse: Blattsalate, Blumenkohl, Brokkoli, Chinakohl, Fenchel, Kürbis, Lauch, Möhren, Pilze, Rettich, Rote Bete, Rotkohl, Rübchen, Sellerieknollen, Spinat, Staudensellerie, Steckrüben, Tomaten, Topinambur, Weißkohl, Wirsing, Zwiebeln
Obst: Äpfel, Birnen, Esskastanien, Haselnüsse, Kiwis, Pflaumen/Zwetschgen, Preiselbeeren, Quitten, Walnüsse, Weintrauben
Saisontipp September
Gemüse: Blattsalate, Blumenkohl, Brokkoli, Chinakohl, Erbsen, Fenchel, Gurken, Kohlrabi, Kürbis, Lauch, Mangold, Möhren, Paprika, Pilze, Postelein, Rettich, Rote Bete, Rotkohl, Sellerieknollen, Spinat, Staudensellerie, Tomaten, Weißkohl, Wirsing, Zucchini, Zwiebeln
Obst: Äpfel, Birnen, Brombeeren, Mirabellen, Pflaumen/Zwetschgen, Preiselbeeren, Quitten, Weintrauben
Saisontipp August
Gemüse: Blattsalate, Blumenkohl, grüne Bohnen, Brokkoli, Chinakohl, Erbsen, Fenchel, Gurken, Kohlrabi, Lauch, Mangold, Möhren, Paprika, Pilze, Postelein, Rettich, Rotkohl, Sellerieknollen, Staudensellerie, Tomaten, Weißkohl, Wirsing, Zucchini, Zwiebeln
Obst: Äpfel, Birnen, Brombeeren, Mirabellen, Sauerkirschen, Pflaumen/Zwetschgen, Preiselbeeren
Saisontipp Juli:
Gemüse: Blattsalate, Blumenkohl, grüne Bohnen, Brokkoli, Chinakohl, Erbsen, Fenchel, Gurken, Kohlrabi, Lauch, Mangold, Möhren, Paprika, Pilze, Postelein, Radieschen, Rettich, Rotkohl, Rübchen, Staudensellerie, Tomaten, Weißkohl, Wirsing, Zucchini, Zwiebeln
Obst: Erdbeeren, Himbeeren, Johannisbeeren, Rhabarber, Süßkirschen, Stachelbeeren
Saisontipp Juni:
Gemüse: Blattsalate, Blumenkohl, grüne Bohnen, Brokkoli, Erbsen, Gurken, Kohlrabi, Mangold, Möhren, Pilze, Radieschen, Rettich, Rübchen, Spargel, Spinat, Weißkohl, Zucchini, Zwiebeln
Obst: Erdbeeren, Himbeeren, Johannisbeeren, Rhabarber, Süßkirschen, Stachelbeeren
STUDIEN
Nationale Verzehrsstudie II
Von November 2005 bis Dezember 2006 wurden bundesweit 20.000 deutschsprachige Personen zwischen 14 und 80 Jahren ausführlich zu ihren Ernährungsgewohnheiten befragt. Nun liegen die aktuellen Ergebnisse vor. Die letzte repräsentative Erhebung liegt fast 20 Jahre zurück.
Kontakt: www.was-esse-ich.de
TEE
Keine Milch in den Tee!
Tee zu trinken wie die Briten, mag ein Genuss sein - die positive Wirkung des schwarzen Tees auf die Verringerung von Herzkreislauf-Erkrankungen wird jedoch durch Zugabe von Milch aufgehoben.
Die positive Wirkung von Tee auf das Blutgefäßsystem ist gut belegt. Verantwortlich für diesen Effekt sind die Katechine des Tees, die über die Produktion von Stickoxyd auf Arterien entspannend und erweiternd wirken und anti-entzündliche Eigenschaften haben. Laut einer Studie der Charité-Universitätsmedizin Berlin bilden Kaseine der Milch einen Komplex mit den Katechinen des Tees und inaktivieren so die Katechine.
Diese Ergebnisse erklären Beobachtungen, dass in Großbritannien trotz hohem Teekonsum (jedoch häufig mit Milchzugabe) kein vermindertes Risiko von Herzkreislauferkrankungen vorliegt.
Quelle: M. Lorenz et al. 2007. Addition of milk prevents vascular protective effects of tea. European Heart Journal; doi: 10.1093/eurheartj/ehl442
Grüntee-Extrakt zeigt positiven Einfluss bei Mundkrebs-Vorstufe
Mund- und Speiseröhrenkrebs haben eine 5-Jahresüberlebensrate von weniger als 50%. In einer klinischen Studie wurden nun Hinweise gefunden, dass Grüntee-Extrakt dosisabhängig einen schützenden Effekt auf präkanzeröse Läsionen in der Mundhöhle hat. Die verabreichten Mengen in der höchsten Dosis (1 g/pro Quadratmeter der Körpermasse) entsprach dabei 8 Tassen Grüntee dreimal pro Tag und erreichte eine Verbesserung von knapp 60% (Placebo-Gruppe: 18% Verbesserungsrate) – allerdings traten auch Nebenwirkungen wie Schlaflosigkeit und Nervosität auf. Es muss weiter erforscht werden, ob und wie Grüntee-Extrakt in der Prävention gegen Mundkrebs eingesetzt werden kann.
Quelle: Tsao, A.S. et al. 2009. Phase II Randomized, Placebo-Controlled Trial of Green Tea Extract in Patients with High-Risk Oral Premalignant Lesions. Cancer Prevention Research 2:931
Grüner Tee schützt vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Im Jahr 2006 wurde erstmalig eine sehr große Studie publiziert, die den schützenden Effekt von grünem Tee gegenüber Herz-Kreislauferkrankungen und Krebs – den beiden Haupttodesursachen weltweit - untersuchte. Über einen Zeitraum von 11 Jahren zeigte sich bei 40.530 Japanern, dass grüner Tee schon ab einer Tasse täglich einen schützenden Effekt gegenüber Herz-Kreislauf-Erkrankungen hat, nicht jedoch gegen Krebs.
Quelle: Kuriyama, S. et al. 2006. Green Tea Consumption and Mortality Due to Cardiovascular Disease, Cancer, and All Causes in Japan – The Ohsaki Study. JAMA 296(10):1255-1265
ÜBERGEWICHT
Langsame Mitochondrien: Übergewicht bei energiereicher Ernährung und Gewichtszunahme im Alter
Mitochondrien sind die „Kraftwerke der Zelle“ und wandeln Nahrungsbestandteile in Energie um. Wird der Stoffwechsel der Mitochondrien – die „Atmungskette“ – in ihrer Funktion herabgesetzt, ist dies der erste Schritt zu Übergewicht, denn in dieser Situation werden verstärkt Speicherfette gebildet. Dies ist ein während der menschlichen Evolution entstandener Überbrückungsmechanismus. Kommt dann die Aufnahme energiereicher Nahrung, z.B. typisch westliche Ernährung, hinzu, so entstehen daraus Übergewicht und Diabetes. Dies wurde kürzlich in einer Studie an Mäusen gezeigt. Mitochondrien können in ihrer Aktivität aufgrund von Mutationen gestört sein, d.h. auf genetischer Ebene, oder durch Umweltfaktoren wie „freie Radikale“, die durch Strahlung des Sonnenlichts, Zigarettenrauch, aber auch tägliche Stoffwechselprozesses unseres Körpers entstehen. Es ist bekannt, dass mit zunehmendem Alter die Aktivität der Mitochondrien nachlässt. Im Zusammenhang mit dieser Studie kann man nun erklären, dass Gewichtszunahme mit zunehmendem Alter auf die Verringerte Atmungskettenaktivität zurückgeführt werden kann.
Quelle: Pomplun et al. 2007. Reduced expression of mitochondrial frataxin in mice exacerbates diet-induced obesity. PNAS 104(15):6377-6381
WEIN
Genetischer Code von Wein entziffert
Französische Genetiker haben den vollständigen genetischen Code der Pinot Noir-Traube entschlüsselt. Dies ist die erste Frucht, die vollständig sequenziert wurde, und erst die vierte Blütenpflanze.
Insgesamt wurden mehr als 30.000 Gene gefunden - viele davon sind notwendig für den Aufbau von Terpenen (ca. 70-80 Gene) und Tanninen, beides wichtige Komponenten für einen guten Wein.
Die Pinot Noir-Traube wird bei der Herstellung von Champagner und Burgunder eingesetzt. Mit Hilfe der neuen genetischen Erkenntnisse könnten neue Geschmacksrichtungen entwickelt werden – allerdings ist der Geschmack auch stark abhängig von den Wachstumsbedingungen der Weinpflanze (Boden, Sonne, etc.) und damit nur zu einem gewissen Teil über die Gene zu beeinflussen. Einfacher umsetzbar erscheint es, mit dem aktuellen Wissen eine höhere Resistenz gegen Schädlinge zu erzielen.
Quelle: French-Italien Public Consortion for Grapevine Genome Characterization. Nature advance online publication, doi: 10.1038/nature06148 (26.08.2007)
Rotwein aus dem Südwesten Frankreichs und aus Sardinien enthält wichtige Inhaltsstoffe für ein längeres Leben
Regelmäßiges und moderates Rotwein-Trinken ist mit geringerem Risiko für koronare Herzkrankheiten und einer insgesamt geringeren Sterblichkeit verbunden. Der Beitrag des Alkohols und der Polyphenol-Komponenten zu diesen Effekten war bislang unklar. In einer aktuellen Publikation wird berichtet, dass Procyanidine die hauptsächlich vasoaktiven Polyphenole sind, und dass diese in Weinen aus dem Südwesten Frankreichs und aus Sardinen in höheren Konzentrationen vorkommen. Dort sichern traditionelle Produktionsmethoden, dass diese Komponenten effizient während der Weinherstellung extrahiert werden. Diese geografischen Regionen sind zugleich assoziiert mit erhöhter Lebensdauer der Bevölkerung.
Quelle: R. Corder et al. 2006. Oenology: Red wine procyanidins and vascular health. Nature 444, 566 (30. November 2006); doi:10.1038/444566a